Krankenkassen wollen auf Fitness-Daten zugreifen

Wie gesund lebt ein Versicherter? Wie viel bewegt er sich? Die Antworten auf diese Fragen will die Techniker Krankenkasse (TK) durch den Zugriff auf die Daten von Fitness-Trackern ermitteln. Für diesen Vorstoß erntet die Krankenkasse reichlich Kritik.

Entscheidet ein gesunder Lebensstil in Zukunft darüber, wer in Deutschland einen günstigen Versicherungstarif bekommt? Diese Befürchtung teilen zahlreiche Bürger, seitdem TK-Check Jens Baas kürzlich vorschlug, Bonusprogramme auf Fitnessdaten auszuweiten. Sein Argument: Wer gesund lebt, kann Geld sparen.

Datenschützer, allen voran Justizminister Heiko Maas, sehen diesen Ansatz kritisch. Im „Donaukurier“ schrieb Maas, dass niemand „faktisch dazu gezwungen werden darf, so intime Daten wie die Herzfrequenz, die Geschwindigkeit beim Joggen oder die Häufigkeit des Trainings im Fitnessstudio zu veröffentlichen“. Es dürfe nicht sein, dass man nur dann einen günstigen Tarif bekommt, wenn man einwilligt, ständig seine kompletten Gesundheitsdaten an die Krankenkasse zu übermitteln.

Auch Franz Bartmann, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer, ist nicht von diesem Ansatz überzeugt. Erstens seien die Nutzer von Fitness-Trackern ohnehin selten beim Arzt, so dass diese Daten gar nicht erst benötigt würden. Darüber hinaus müssten „sinnvolle Daten“ die strengen Kriterien des Medizinproduktegesetzes erfüllen. Dies scheitert jedoch schon an der uneinheitlichen Struktur der Daten, die durch die unterschiedlichen Datenarten und –formate der verschiedenen Anbieter entsteht. Man darf also gespannt sein, welche Vorstöße in naher Zukunft auf die Versicherten zukommen werden.

 

Quelle Titelbild: Flickr: meridican, CC BY 2.0
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